Andreas Eschbach – Black Out / Hide Out / Time Out

Ich habe eine Trilogie gehört und sie hat mir sehr gut gefallen!

Ich höre inzwischen lieber mehrbändige Reihen als einzelne, in sich abgeschlossene Romane, da ich mich dann nicht wieder so schnell neu gewöhnen muss: an Figuren, Handlung, die Stimme des Lesenden… ich habe erst, seit ich Hörbücher höre, überhaupt erst gemerkt, wieviel Zeit ich eigentlich im Auto verbringe. Das ist nicht mal die pure Strecke von A nach B sondern vor allem die Pakrplatzsuche, das Stehen im Stau und vor Ampeln -unlängst habe ich für eine Strecke von 40km ganze 1,5 Stunden am Steuer gesessen. Das ist natürlich ein Extrembeispiel, das aber auch das Verkehrschaos im Ruhrgebiet verdeutlicht, insbesondere Pendler leiden darunter. Ein Freund steht seit Jahren um 4.20 Uhr auf, um nach Köln reinfahren zu können…naja, dafür „schaffe“ ich soviele Bücher, wie seit Jahren nicht mehr.

Worum geht’s also in Eschbachs Reihe?
Um Christopher, um die 20, und ein Nerd, wie er im Buche steht: vor einigen Jahren hackte er sich in die Rechner einer Bank und machte jeden auf der Welt, der ein Konto besaß, zu Milliardären. Das brachte ihm nicht nur den Spitznamen „Computer Kid“ ein, sondern auch einen gewissen Bekanntheitsgrad in der Hackerszene. Durch seine Arbeit in diesem Bereich ist er einer der ersten, der auf eine neue Methode zur Komunikation aufmerksam wird: in das Gehirn eingeplanzte Chips ermöglichen es Menschen, via Gedankenübertragung zu korrespondieren. Doch diese Technik birgt Tücken: die auf diese Weise zusammen geschlossenen Gehirne entwickeln sich zu einem einzelnen Bewusstsei weiter: der Koherenz. Christophers eigener, zwangsweise eingepflanzter Chip, ist defekt – was ihm die Chance gibt, zu entkommen. Er tut sich mit Serinity und Kyle zusammen, zwei Jugendlichen, und macht sich auf die Suche nach deren Vater – dem hat die Koherenz nämlich Bombenattentate in die Schuhe geschoben. Es muss einen Grund geben, warum sie ihn fürchtet und loswerden will. Den möchte Christopher rausfinden… und sich zu Nutze machen.

Black Out, Hide Out und Time Out sind intelligente und vor allem gut recherchierte Thriller – Eschbach weiß, worüber er schreibt, kann mit Begriffen aus dem Computergenre umgehen und hat um all dies eine spannende Geschichte gestrickt. Ein wenig „Coming of Age“ (=das Befassen mit dem Erwachsenwerden) ist dabei, die erste Liebe spielt natürlich auch eine Rolle, aber im Vordergrund steht die kaum greifbare Bedrohung eines mächtigen Wesens das aus tausenden Menschen besteht und sich hinter jedem Gesicht verbergen kann. Das ist nämlich das fiese an der Koherenz: solangedie Mitglieder nicht im Chor sprechen, sind sie schwer zu erkennen…

Von mir gibt’s eine Leseempfehlung für alle, die mit ein wenig Science Fiction und Dystopie etwas anfangen können… oder selbst sofort loslaufen würden, um sich einen Chip ins Gehirn stopfen zu lassen, wenn sich die Gelegenheit böte…

Cornelia Funke – Tintenwelt-Trilogie

In den letzten Monaten habe ich die Tintenwelt-Trilogie von Cornelia Funke gehört. Diese besteht aus den Büchern Tintenherz, Tintenblut und Tintentod.

Tintenherz

Im ersten Teil – der auch verfilmt wurde, mit Brendan Fraser in der Hauptrolle – stellt die jugendliche Meggie fest, dass ihr Vater Mo die Fähigkeit besitzt, Dinge, Personen und Tiere aus Büchern herauszulesen. Auf diese Weise gelangten einige Figuren aus dem Buch „Tintenblut“ in die reale Welt. Darunter nicht nur der euerspucker Staubfinger und sein zahmer Marder Gwin sondern auch Bösewicht Capricorn und ein Teil dessen Gefolgschaft. Als dieser das letzte Exemplar von „Tintenblut“ stehlen und Mo entführen lässt, machen sich Meggie und ihre Tante Ellinor auf, nach ihm zu suchen.

Tintenblut

Während der erste Teil hauptsächlich in unserer Welt spielte, begibt sich Meggie im zweiten selbst hinüber in die Welt des Buches um diese zu erkunden. Doch die Geschichte nimmt eine üble Wendung als ihr Vater ebenfalls in diese Fantasygeschichte gelesen und fast getötet wird. Zu allem Überfluss gelangen sie auch noch ins Visier des Natternkopfes, eines machthungrigen Herrschers, der hofft, von Mos Begabung zu profitieren.

Tintentod

Im letzten Band spitzen sich die Konflikte zwischen den Beteiligten zu. Meggies Eltern sind sich nicht einig darüber, ob sie in der realen oder der Welt des Buches weiterleben möchten; der Natternkopf ist inzwischen unsterblich und verfolgt Mo – und für den hat die Geschichte sowieso eine ganz besondere Rolle vorgesehen. Und dann ist da noch der Tod, der auch seinen Platz einfordert…

Fazit

Die Tintenwelt hat mich von Beginn an in ihren Bann gezogen. Besonders angenehm finde ich, dass Meggie, obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, oft nicht die Hauptrolle übernimmt sondern eine Beobachterin ist, während die Erwachsenen die Geschichte vorantreiben. Feuerspucker Staubfinger wird vor allem im zweiten Buch zu einer Hauptfigur, weil er sich am Besten in der Tintenwelt mit ihren Fabelwesen und verwunschenen Wäldern auskennt. Diese Figur war auch mein Liebling, vor allem, da sie nicht geradelinig „gut“ ist.

Das Hörbuch bzw. die Hörbücher sind hervorragend gelesen. Ich mag es total, wenn der Leser jedem Charakter eine eigene Stimme gibt. Was mich allerdings nervt: zwischen den Kapiteln wird Musik gespielt. Genre: Kaufland-Fahrstuhl-Musik. Das ist gar nicht mein Fall, da ich jedesmal einen Track weiterschalten muss – vorher aussortieren ist aber auch blöd und wenn man die CDs kauft, sowieso nicht möglich.

Ich wäre am Liebsten selbst mal durch den weglosen Wald oder die Hauptstadt Ombra gewandelt, konnte mir Feen und Glasmenschen vorstellen und bin eigentlich ganz froh, dass es hier keine Riesen gibt. Die Tintenwelt ist wunderschön beschrieben, sehr lebendig und fantasievoll – hier trifft das Zitat „Bücher sind Kino für den Kopf“ zu 100% zu.

Apropros Kino – lohnt sich der Film? Naja. Man kann ihn schauen, ja. Mit dem Buch hat er aber recht wenig gemein. Vor allem ist nur das erste Buch verfilmt worden, wirklich schön und spannend wird die Geschichte m. E. erst später.

 

Jussi Adler-Olsen

In den letzten Wochen habe ich 5 Bücher von Jussi Adler-Olsen gehört. Wirklich begeistert bin ich nicht, aber es gibt Schlechteres.

Adler-Olsen schreibt über den Kommissar Carl Mørck, dessen Kollegen Assad und Rose – die, ganz im Stile von Navy CIS, Gothic ist. Das Team bildet das „Sonderdezernat Q“ der dänischen Polizei, eine Abteilung, die darauf spezialisiert ist, uralte Fälle aufzuklären. Nebenbei geht’s außerdem um Mørcks Privatleben – Probleme mit Frauen, seinen vollständig gelähmten, ehemaligen Partner, seinen Sohn; Assads Vergangenheit und Roses Probleme.

Für das Team empfand ich recht schnell Sympathie, obwohl das Herumgestochere im Privaten schnell vom eigentlichen Fall ablenkt und das 5. Gespräch mit der Freundin nicht mehr in voller Länge breitgetreten werden müsste. Andere, interessantere Themen, werden dagegen nur äußerst oberlächlich angekratzt und abrupt fallen gelassen.

Die Fälle sind abwechselnd aus Sicht der Beteiligten (Täter oder Opfer) und dem Ermittlerteam geschildert, wobei der Leser/Zuhörer immer wieder Zeuge wird, wie sich deren Wege beinahe kreuzen. Ich habe oft wirklich mitgefiebert, ob sie endlich zueinander finden. Womöglich ist das auch der Reiz, den Liebesfilme ausmachen?

Die Taten an sich sind… ich nenne es mal „gewohnt unrealistisch“. Von jahrelager Gefangenschaft in einer Überdruckkammer, totgeborenen Babys die die Mutter mit sich herumträgt bis zu Briefen mit Blut geschrieben, ist alles dabei. Das ist mir persönlich „zuviel des Guten“, vor allem, weil die Ideen wie vom Reißbrett und wenig durchdacht wirken. Es gibt keine plötzlichen Wendungen oder Überraschungen, keine menschlichen Abgründe zu entdecken. Die Leute tun schreckliche Dinge aus den simpelsten Gründen – Rache, Geld ect.

Für Krimi-Fans ist Adler-Olsen bestimmt kurzweilig, wer aber neu ist in dem Genre oder es für sich entdecken möchte, sollte wohl eher zu anderen Autoren greifen – z.B. Simon Beckett.


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